Die kleinen Lücken

Keine Zeit für Yoga? Keine Zeit für Dich? Immer ist Zeit da.

Beispiele für dreiminütige Lücken über den Tag verteilt:

Morgens bevor ihr in die Dusche springt, auf dem Badezimmerteppich.

Bevor ihr das Abendbrot macht, setzt Euch einen Moment auf einen Küchenstuhl.

Zwischen den Legosteine auf dem Kinderzimmerboden.

In der U Bahn.

Beim Kinderwagen schieben.

Im Bett, kurz bevor ihr einschlaft, während Euer Partner vielleicht noch im Bad ist.

Auf dem Spielplatz, während ihr Eurem Kind auf der Schaukel Schwung gebt.

Wenn der Kollege kurz das Büro verlässt und ihr einen Moment allein an Eurem Schreibtisch seid.

Zeit Zeit Zeit.. sie ist es die fehlt. Sie ist es die wir uns wünschen.

Aber es gibt sie..die kleinen Lücken im Alltag. Schau hin und nimm sie Dir, Deine drei Minuten. Es wird sich lohnen. Denn durch diese drei Minuten:

Unterbrichst Du Deinen Alltag. Und gibst Dir so die Möglichkeit für eine neue Perspektive. Dinge, die vorher nervig und nach großer Hürde oder Anstrengung aussahen, sind garnicht mehr so elefantös, sondern mückenklein.

Sammelst Du Dich. Sammelst Du Kraft.

Dein Geist bekommt ne Verschnaufpause – den lieben langen Tag planst und überdenkst Du. Bist mal in der letzten Woche, mal beim nächsten Wochenende. Dein Kopf ist voller Ideen, To Do´s, voller Pläne und Menschen. Gönn Deinem Geist eine Pause. Oft muss man diese Pause ganz bewusst herbeiführen und immer wieder zurück zu ihr gehen. Aber wenn die Fülle an Informationen nie abbricht, nie Raum entsteht, wie soll da Neues wachsen können?

Bist respektvoll zu Dir und das merken sich Deine Kinder. Denn Du bist ihre erste Lehrerin. Du formst ihre Welt.

Und was nun anfangen mit diesen drei Minuten? Sitz in jedem Fall stolz und aufrecht da, schließ die Augen und atme. Lang, tief und ruhig. Bis in Deinen Bauch hinein. Dann könntest einfach mit dieser Pranayama Übung fortfahren, Dich auf Deinen Atem konzentrieren und somit zur Ruhe kommen.

Du könntest aber auch Deine Hände auf die Knie (wenn Du auf dem Stuhl sitzt, auf die Oberschenkel) legen und dann sanft in den Kamelritt gehen. Hierbei wird einatmend der Brustkorb gehoben, der Rücken geht in ein kontrolliertes Hohlkreuz. Wenn Du ausatmest, ziehst Du Deinen Bauchnabel Richtung Wirbelsäule und formst einen Buckel mit Deiner Wirbelsäule. Kopf und Schultern sind entspannt, dürfen leicht mitgehen, Du versuchst sie aber auf einer Linie zu lassen. Diese Übung bewegt die ganze Wirbelsäule durch, Dein Rücken wird entspannt und gestärkt. Schultern und Nackenpartie dürfen all ihre Päckchen loslassen und Du wirst Dich danach merklich flexibler fühlen (in der Wirbelsäule und auch gedanklich :)).

Oder aber Du bleibst einfach bei der langen tiefen Atmung und nimmst ein Mantra, das Du entweder in Stille oder laut sprichst. Ein paar Vorschläge: Sat Nam (Wahrheit und Identität – es geht also darum, Dich auf Deine wahre Identität zu besinnen) oder aber auch ein Wort oder Satz, was Du selbst wählst, was Dich gut fühlen lässt: Freiheit. Oder Ruhe. Oder Ich bin frei.

Habt ein wunderbares Wochenende und nehmt Euch Eure kleinen Pausen. Ich muss an MOMO denken, während ich Euch schreibe und daher ist auch mein Abschiedsgruß aus diesem wunderbaren Buch von Michael Ende:

Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.

MOMO, ZWEITER TEIL: DIE GRAUEN HERREN

Eure Julia

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